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Hier sind einige Fragen für die Suche nach dem richtigen Züchter zusammengestellt, an denen Sie sich orientieren können:
Wie lange oder wie intensiv beschäftigt der Züchter sich bereits mit dieser Rasse?
Welches Verhältnis hat er zu anderen Züchtern? Redet er sie schlecht oder ist er mit mehreren befreundet, die sich gegenseitig helfen und Erfahrungen austauschen? Dies betrifft insbesondere den Informationsaustausch über bestimmte Blutlinien, da in manchen vermehrt Krankheiten, schlechter Charakter oder Farbfehler auftauchen.
Er sollte Ihnen gerne Auskünfte über die Rasse (Vor- und Nachteile), ihre Genetik und ihre besonderen Eigenschaften (auch negative) geben können.
Ist der Züchter Mitglied im ASCA, ASCD e.V. oder VDH?
Ist der Züchter nur Mitglied im ASCA (amerikanischer Verband), sagt das gar nichts aus. Der ASCA verlangt keinerlei Gesundheits-Untersuchungen der Elterntiere.
Der ASCD e.V. (deutscher Verband, angeschlossen an den ASCA) verlangt eine HD- und Augenuntersuchung, kontrolliert aber die Züchter auch in keinster Art und Weise.
Der VDH verlangt von jedem zur Zucht eingesetzten Hund eine Zuchttauglichkeitsbescheinigung und kontrolliert sowohl die Zuchtstätte als auch die Welpen insgesamt zwei Mal. Leider ist es nicht möglich, Hunde mit original-amerikanischen Papieren im VDH vollwertig mit Stammbaum einzutragen. Deswegen haben bis jetzt nur wenige Züchter diesen Schritt bisher gewagt.
Was macht der Züchter mit seinen Aussies?
Ist er aktiv im Hundesport, nimmt er auch an Turnieren oder Ausstellungen teil? Wie beschäftgt er seine Hunde gewöhnlich? Haben die Hunde irgendwelche Prüfungen abgelegt (Begleithund etc.)?
Wie werden die Aussies gehalten?
Im Haus, im Stall oder sogar im Zwinger?
Sind beide Eltern im ASCA oder VDH registriert und haben ein Pedigree?
Welche Eigenschaften und Charakter haben die Eltern?
Sind die Eltern der Welpen DNA-getestet (nur im ASCA möglich)?
Um Ihre Seriösität zu bekräftigen, entschließen sich immer mehr ASCA-Züchter zu einem DNA-Test. Die Elterntiere tragen dann die Bezeichnung DNA-CP (bei ungetesteten Eltern) oder DNA-VP (bei getesteten Eltern) hinter dem Namen.
Wie gut kennt der Züchter die Großeltern und weitere Vorfahren der Welpen?
Kann der Züchter Ihnen Unterlagen des Vaters der Welpen vorlegen?
Warum hat der Züchter sich gerade für diesem Rüden entschieden?
Weil er in Zucht, Schau oder Sport erfolgreich ist, er am besten zur Hündin paßt? Wenn ja, nach welchen Kriterien (Exterieur, Temprament, Linien etc.)? Weil er gute Merkmale der Hündin festigen, vielleicht Schwachpunkte ausgleichen soll?
Die Antwort sollte nicht lauten, daß er ausgewählt worden sei, weil die Wegstrecke nicht zu weit war! Und auch die Aussage, er sei "hübsch", reicht bei weitem noch nicht, um qualitätsvolle Welpen zu züchten!
Arbeits- oder Showlinien?
Es gibt Leute, die behaupten, dass Aussies aus Showlinien nicht so intelligent, ruhiger und behäbiger als Arbeitslinien sind. Leistungslinien hingegen seien stressig. Generell ist beides Quatsch; es kommt auf die Vorfahren an und nicht auf die Blutlinien. Die meisten deutschen Aussies sind eine Mischung aus Arbeits- und Showlinien.
Wie alt sind die Eltern?
Der ASCD und VDH schreiben ein Alter von 18 Monaten für Rüden und 24 Monaten für Hündinnen vor, der ASCA hat keine Vorschriften. Generell sollte aber keine Hündin vor Ihrem zweiten Geburtstag in die Zucht gehen. Noch besser ist es, wenn der erste Zuchteinsatz mit mindestens 2,5 Jahren erfolgt.
Folgendes sollte der Züchter urkundlich belegen können:
  • Papiere der Eltern
  • HD- und Augenuntersuchung beider Eltern
  • Ein vom ASCA ausgestelltes oder selbsterstelltes beglaubigtes Pedigree
  • Kopie der Wurfregistrierung
  • Kopie der Deckmeldung
  • eventuell die Kopie der Ellenbogenauswertungen
  • Augenuntersuchung des Welpens
  • DNA-Bescheinigungen der Eltern (nur im ASCA, ist nicht unbedingt notwendig. Wichtig aber bei Züchtern, die sowohl Rüden als auch Hündinnen halten, damit die Abstammung eindeutig nachweisbar ist.)
Wie wachsen die Welpen auf?

Mit Kindern, vollem Familienanschluß oder noch mit anderen Haustieren? Wie werden Sie auf Ihr späteres Leben vorbereitet?

Nimmt der Züchter einen verkauften Hund bei unvorhergesehenen Abgabegründen zurück?
Verantwortungsvolle Züchter sichern sich im Kaufvertrag für solche Fälle ein Vorkaufsrecht, weil es Ihnen nicht egal ist, wohin der von ihm gezüchtete Hund weiterverkauft wird.
Wie werden die Welpen gehalten?
Im Haus, Hof, Garten, Welpenhaus, in der Scheune, in der Pferdebox? Die teilweise Aufzucht im Haus erfordert seitens der Züchterfamilie gute Nerven! Die zahlt sich allerdings hinsichtlich Ihrer Prägung und Erfahrungswerte tausendfach aus. Eine reine Zwinger- oder Stallhaltung ist nicht empfehlenswert.
Ist die Wurfkiste und der Auslauf sauber?
Sehen die Welpen gepflegt aus?
Erhalten Sie Futter guter Qualität?
Hält der Züchter bei Abgabe eine Infomappe bereit?
Hat er einen schriftlichen Kaufvertrag vorbereitet?
"Not for Breed"
Einige Züchter beantragen bei der ASCA, die Papiere aller bzw. einzelner Welpen mit "not for breed" auszustellen. Das heisst, der Hund soll nicht in die Zucht, damit würden spätere Welpen dieses Hundes keine Papiere erhalten. Dies bedeutet keine Abwertung des gekauften Hundes! Neben eines eventuellen gesundheitlichen Defizits möchte ein seriöser Züchter auch abwarten, wie sich der Kleine entwickelt. Der Züchter möchte quasi die Rasse schützen, indem er nur qualitätsvollen Hunde den Einsatz in der Zucht ermöglicht. "Not for Breed" kann vom Züchter jederzeit zurückgenommen werden.
Co-Owner/Vorbehalt zum Zuchteinsatz
In Amerika ist es allgemein üblich, bei dem Verkauf eines Hundes vertraglich mit den Käufern festzulegen, das jener Hund ausgestellt werden muss und vom Züchter zur Zucht verwendet werden darf (Hündinnen und Rüden). In Deutschland wird es nur selten praktiziert und wenn, dann nur bei Rüden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Vielversprechende Rüden, dessen neue Besitzer wenig ambitioniert in Sachen Zucht sind, würden bei normalem Verkauf nie in der Zucht erscheinen. Sollte aber ein Rüde eine aussergewöhnliche Qualität besitzen, hat der Züchter die Möglichkeit, diesen Hund in die Zucht zu nehmen.
Text: Claudia Große, Sweet Diamonds Australian Shepherds
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