· Start · Agility · Obedience · DogDancing · Tricks · DiscDogging · Hütearbeit · Rettungshund · Therapiehund · Mentaltraining ·

Obedience
Obedience stammt ursprünglich aus England und wird oftmals beschrieben als "die hohe Kunst der Unterordnung". Die Grundübungen wie Fussgehen, Heranrufen oder Abliegen sind in vielen Prüfungen und Sportarten die gleichen, wie z.B. bei der Begleithundeprüfung, im Turnierhundesport und im VPG-Bereich.
Obedience legt jedoch den größten Wert auf die möglichst präzise Ausführung einer Übung. Ein schräges Vorsitzen oder ein Nachhängen beim Fussgehen gibt daher einige Punkte Abzug.
Da hier in Deutschland nach zwei verschiedenen Reglements gelaufen werden kann und es schon einige Seiten gibt, die das VDH/FCI-Obedience erklären (www.ig-obedience.de), werde ich hier ausschließlich das amerikanische Obedience, welches vom Australian Shepherd Club of America und seinen angeschlossenen Vereinen angeboten wird, erklären.
ASCA-Obedience
Es werden mehrmals im Jahr in Deutschland so genannte Obedience-Trials vom ASCA angeboten. Zusammen mit der großen Conformation Show des ASCD finden meistens zweitägige Trials statt.
Es gibt vier verschiedene Klassen. Ausgenommen bei der Einsteiger-Klasse Sub-Novice braucht man jeweils 3 qualifizierende Läufe (="legs"), um den jeweiligen Obedience-Titel zu erreichen und in der höheren Klasse starten zu dürfen.
Sub-Novice ist die niedrigste Stufe, bei der alle Übungen an der Leine ausgeführt werden; in der Novice-Klasse bekommt der Hund mit drei "legs" den CD-Titel verliehen; die Open-Klasse schließt mit dem CDX-Titel ab und in der "Königsklasse" Utility können sich Hund und Mensch den UD verdienen.
In einer Kombination aus legs in Open und Utility kann ein Hund, der schon den UD-Titel trägt, den UDX-Titel verdienen. Der OTCH wird mit einem Punktesystem erreicht. Alle Punktezahlen in Open und Utility werden in einer eigenen Tabelle umgesetzt. Hat ein Hund schließlich 100 Punkte zusammen, bekommt er den OTCH-Titel verliehen. Eine Punktezahl von z.B. 195 von 200 Punkten entspricht 10 Punkten für den OTCH.
CD = Companion Dog
CDX = Companion Dog Excellent
UD = Utility Dog
UDX = Utility Dog Excellent
OTCH = Obedience Trial Champion
Wie alle Arbeitstitel stehen auch die Obedience-Titel hinter dem Namen des Hundes, ausgenommen der Titel des Obedience Trial Champions (OTCH), welcher vor dem Namen getragen werden darf.
Novice-Klasse
In dieser Klasse gibt es die Übungen Langes Sitz und Langes Platz, welche in der Gruppe durchgeführt werden. Hier sollen die Hunde 1 Minute sitzen und 3 Minuten liegen bleiben.
In den Einzelübungen wird mit der Leinenführigkeit begonnen. Der Richter gibt die Kommandos "Forward" (Losgehen), "Halt" (Anhalten, Hund muss bei Fuss sitzen), "Left Turn" (Linker Winkel), "Right Turn" (Rechter Winkel), "About Turn" (Kehrtwendung), "Fast" (Schnelles Schrittempo) und "Slow" (Langsames Schrittempo). Das Schema ist in jeder Klasse unterschiedlich, wird aber vom Richter zuvor demonstriert.
Nach der Leinenführigkeit wird eine 8er-Figur um zwei Ringhelfer gegangen. Danach wird der Hund abgeleint und es folgt die Stehen-und-Betasten-Übung. Der Hund wird ins Steh gebracht, der Hundeführer tritt zwei Meter vor und stellt sich vor seinen Hund. Der Richter wird dem Hund nun einmal über den Rücken streichen, der Hund sollte stehen bleiben und keinen Fuß versetzen.
Danach wird die Freifolge gerichtet, welche im selben Schema und mit den selben Kommandos wie die Leinenführigkeit gerichtet wird.
Als letzte Übung kommt das Abrufen, bei dem der Hund am einen Ende des Rings abgesetzt wird und von seinem Hundeführer ans andere Ende herangerufen wird. Der Hund soll gerade vorsitzen und auf Kommando in die Grundstellung wechseln.
Open-Klasse
Auch hier gibt es eine Gruppenübung, bei der die Hunde 3 Minuten sitzen und 5 Minuten liegen bleiben müssen, während die Hundeführer außer Sicht sind.
Die Einzelübungen werden komplett ohne Leine gemacht, begonnen wird mit der Freifolge wie sie in der Novice-Klasse auch gemacht wird. Danach folgt die 8er-Figur, auch ohne Leine.
Nächste Übung ist das Heranrufen mit ins Platz senden. Der Hund wird wie in der Novice-Klasse auch am einen Ende des Rings abgesetzt und auf Zeichen des Richters herangerufen. Wenn der Richter ein Signal gibt, soll der Hundeführer den Hund mit einem Sichtzeichen oder Hörzeichen ins Platz senden. Auf Signal des Richters wird der Hund wieder herangerufen und die Übung wie in Novice beendet.
Als nächstes kommt der Apport auf der Ebene. Der Hundeführer wirft sein Apportel und schickt den Hund auf Anweisung des Richters los. Der Hund soll das Apportel ruhig halten und gerade vorsitzen. Auch diese Übung wird mit der Grundstellung beendet.
Danach folgt der Apport über den Hochsprung. Vor Beginn des Trials wurde jeder Hund, der in Open startet, ausgemessen und der Hochsprung entsprechend aufgelegt. Hier soll der Hund das Apportel holen, indem er auf dem Hinweg und auf dem Rückweg mit Apportel über den Hochsprung springt. Die Übung wird wie das Apportieren auf der Ebene beendet.
Die letzte Übung in Open ist der Weitsprung. Der Hundeführer setzt seinen Hund vor dem Weitsprung ab und stellt sich selber neben das Hindernis. Auf Anweisung des Richters soll der Hund gerade über den Weitsprung springen, einen kleinen Bogen laufen und dann wieder vorsitzen. Der Mensch dreht sich während des Sprunges im 90° nach rechts. Eine letzte Grundstellung beendet auch diese Übung.
Utility-Klasse
Die Utility-Klasse ist die schwerste von allen. Sie verlangt sehr viel Training von Hund und Mensch und man braucht zusätzlich auch Material, um vollständig trainieren zu können.
Zusätzlich zu verschiedenen Varianten des Apportierens (mit Geruchsunterscheidung und Apportieren auf Anweisung) kommt noch das Voransenden sowie das Stehen und Betasten und die Signalkontrolle dazu. Utility ist eine sehr schwierige Klasse und bis dato (Stand Februar 2004) gibt es in Deutschland nur ein einziges Team, welches dort startet.
Die genaue Beschreibung ist auf der Seite des ASCD e.V. unter "Obedience - Utility-Regeln" nachzulesen.
Text: Saskia Bodein mit CDX Zoe, Swirling Brook Australian Shepherds,
Bilder: Susanne Oehler, Masquerade Australian Shepherds
hoch