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Mentaltraining - Tipps für Alltag, Training und Wettkampf
Wir wissen, wie unsere Hunde lernen, haben uns viel mit positiver Erziehung beschäftigt, können die Calming Signals deuten und trotzdem klappt es nicht so, wie wir uns wünschen.
Freunde und Verwandte reden uns in die Hundeerziehung rein, wir bekommen fast einen Herzschlag, wenn uns wieder dieser schlimme Nachbarshund mit seinem uneinsichtigen Herrchen entgegen kommt und obwohl im Agility Training alles geklappt hat, will der Hund im Turnier nicht so, wie wir wollen.
Welchen Einfluss haben wir auf diese Situationen?
Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Rendezvous? Wie aufgeregt Sie waren? An das Kribbeln im Bauch? Haben Sie andere Menschen vielleicht auf das Strahlen in Ihren Augen angesprochen?
Oder erinnern Sie sich doch mal an Ihren schönsten Urlaub - was fühlen Sie? Steigt vielleicht ein Bild vor Ihnen auf? Riechen Sie vielleicht das Meer? Hören Sie vielleicht den Urlaubshit, der sich für Sie mit diesem Urlaub verbindet?
Situationen, auf die wir warten (wie das Date) und auch Situationen, die bereits vergangen sind, beeinflussen also, was wir fühlen, lassen innere Bilder entstehen oder wir hören eine innere Stimme.
Und genauso ist es möglich, dass unsere Gedanken die Arbeit mit dem Hund beeinflussen.
Tatsächlich ist es sogar ziemlich einfach. Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob die inneren Bilder auf tatsächlichen Ereignissen beruhen oder nur "einge-bildet" sind. Und diese Tatsache nutzen wir im Mentaltraining.
Regel Nummer 1: Setzen Sie sich positiv formulierte Ziele, z.B. "In 2 Wochen läuft mein Hund an der Leine sauber Fuss".
Überlegen Sie sich, wie Sie daran arbeiten wollen, was Sie bis zu welchem Zeitpunkt erreichen wollen. Ziele richten unser Denken und dadurch unsere Handlungen in eine bestimmte Richtung aus. Sie werden viel aufmerksamer Schritte in die richtige Richtung bemerken und verstärken.
Regel Nummer 2: Denken Sie nie daran, was nicht klappen könnte.
Unser Gehirn erkennt keine Verneinungen. Bei dem Ziel "Mein Hund soll nicht mehr an der Leine ziehen", verarbeitet das Gehirn "ZIEHEN - ZIEHEN - ZIEHEN". Sie programmieren sich also auf den Fehler...
Überlegen Sie sich einmal, wie verwirrend das für Ihren Hund sein muss: Sie sagen laut "Fuss", aber der Hund spürt Ihre Unsicherheit "Ziehen - Ziehen - Ziehen..."
Konzentrieren Sie sich also darauf, was Sie erreichen wollen und Ihr Hund wird eindeutige Signale von Ihnen empfangen.
Regel Nummer 3: Bestimmen Sie selbst, wie Sie reagieren, wie Sie sich fühlen.
Ein Beispiel: Sie fahren auf der Autobahn. Es ist schönes Wetter, Sie hören Musik und fühlen sich sehr wohl. Sie wechseln auf die linke Spur, weil Sie überholen wollen. Da kommt von hinten ein Auto angerast, fährt auf und gibt Ihnen die Lichthupe. Sie fangen an zu fluchen und ärgern sich. Das gute Gefühl ist wie weggeblasen.
Was ist hier passiert?
Das Ergebnis: Sie sind sauer. Wie ist es dazu gekommen? Sie haben auf einen visuellen Reiz, nämlich das Auffahren des Hintermanns mit einem sehr starkem negativen Gefühl reagiert. Auf einmal haben Sie schlechte Laune.
Wie können Sie dieses Programm verändern? Sie könnten sich vornehmen, zukünftig auf solche Raser mit Gelassenheit zu reagieren. Dazu müssen Sie schauen, wie Ihr Programm für Gelassenheit aussieht. In welcher Situation sind Sie gelassen?
Wenn Sie das Programm für Gelassenheit kennen, ersetzen Sie das Programm Ärger einfach durch das Programm Gelassenheit.
So wird es Ihnen auch gelingen, mit schwierigen Situationen im Wettkampf gelassen umzugehen, sich von Zuschauern oder Richtern nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
Das hört sich jetzt ganz einfach an, und - es ist auch einfach. Es gibt Übungen, die Sie dabei unterstützen, individuelle Ziele für Alltag, Training und Wettkampf zu formulieren. Sie können trainieren, wie Sie z.B. Ruhe und Konzentration (die Ihnen ja in anderen Alltagssituationen zur Verfügung steht), auf Wunsch abrufen können.
Qualifiziertes Hundetraining ist die eine Seite des Erfolges - ein konzentrierter und selbstsicherer Hundeführer macht Alltag, Training und Wettkampf schließlich zum Vergnügen.
Text: Angelika Bodein, Mentaltrainings-Coach, www.hunde.sonnenklar.net
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